Freitag, November 15, 2019
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Mercedes

Mercedes-AMG G63 – Kantig, kräftig, sportlich: Mercedes Ikone im Check

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Die G-Klasse von Mercedes lebt von ihrem Kultstatus. In der Schweiz und den Nachbarländern findet man das aggressiv-kantige Fahrzeug oft als Filmkulisse oder in Musikvideos. Das grosse Geld macht Mercedes aber in Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten – dort wo Geländewagen und Stil gesucht sind. Ich habe das Auto getestet und zeige dir, was dich mit dem AMG G3 erwartet.

Ich beginne mit dem was man als Erstes sieht, wenn man sich den Wagen ansieht:
Optisch verändert sich nicht viel. Grösster Unterschied: Die Front des Autos. Das AMG-Modell kommt in der Serienausführung mit LED-Scheinwerfern, einem Panamericana Kühlergrill mit den charakteristischen vertikalen Streben und extragrossen Lufteinlässen an der Stossstange. Direkt neben den Einlässen befindet sich ein Rammschutz. Doch nicht nur die Front hat sich verändert. Die gesamte Karosse ist im Vergleich zum Vorgänger rund 12 cm breiter und 5 cm länger geworden. Die 22-Zoll-Felgen runden das ganze Paket wunderbar ab.

Im Innenraum fallen die neuen Masse deutlicher aus. Der G63 verfügt jetzt über ein Sportlenkrad, samt 12-Uhr-Marke und abgeflachten Seiten, die für extra Grip sorgen. Zudem fühlen sich die neuen Sitze super an und versprühen zusammen mit dem Lenkrad einen sportlichen Flair. Um kritisch zu bleiben, frage ich mich dennoch, ob die Sportoptik im Inneren zu dem passt, was ich Aussen zu sehen bekomme – Geschmackssache vermutlich. Generell werden viele Teile aus anderen Mercedes Boliden verwendet. Das ist aber gar nichts Schlimmes! Die Teile fügen sich insgesamt super ein und bilden ein beinah perfektes Gesamtpaket.

Damit komme ich zu dem Elefanten im Raum, bzw. im Motorraum an. Der Vorgänger G 63 setzte noch auf den 5,5-Liter-V8-Biturbo. Die neue Generation kommt mit einem Vierliter-V8-Biturbo um die Ecke. Im kantigen G leistet der V8 585 PS und erreicht damit 14 PS mehr als bisher und ebenso viel wie der AMG GT R.
Damit und mit den 850 Nm fühlt sich der G63 an wie eine Rakete. Von 0 auf 100 in 4,5 Sekunden – und das im Sport-Modus. Im Sport+-Modus sind wir dann nocheinmal einen Hauch schneller unterwegs. Einzig die Kurvenlage leidet etwas unter der Sport+-Einstellung. Da hilft auch die Verteilung von 40:60 (Vorne:Hinten) beim Allradantrieb nichts. Wer nicht zwingend mit lautem und eindrucksvollen Sound durch die Gegend fahren muss, kann auch einen der anderen Fahr-Modi auswählen:

– Comfort
– Glätte
– Sport
– Sport+
– Sand
– Trail
– Rock
– Individual

Beim Comfort-, Glätte- und Individual-Modus sind die Auspuffklappen standardmässig geschlossen, um die Lärmbelästigung zu senken. Wer möchte, kann diese aber auch einfach öffnen. Lärmbelästigung hin oder her, wer sich schon aus einem halben Kilometer Entfernung ankündigt, vermeidet immerhin Unfälle. Unschön ist aber, dass sich 4 der 8 Zylinder abschalten, sollte man sich dazu entscheiden auf Comfort zu fahren. Damit hat Mercedes auch etwas bei der Beschreibung des G63 geschummelt. Denn die 13,2 l/100 km lassen sich nur durch die künstliche Drosselung des Motors erreichen.

Mein Fazit sieht also wie folgt aus:
Der Mercedes AMG G63 ist eine Spielwiese getarnt als markant-kastiges Automobil. Die diversen Fahrmodi eignen sich super dafür, eine breite Masse von Kunden anzusprechen. Nur das Interieur ist ganz klar Geschmackssache. Wer also auf Kraft und Rennsportoptik steht und einen Klassiker fahren möchte, der seines Gleichen sucht, ist mit dem G63 mehr als nur gut bedient. Der Kaufpreis beträgt neu rund CHF 188’000.

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